Hallo, ich habe da mal eine Frage, sie klingt zwar zum schmunzeln, hat aber für mich einen ernsten Hintergrund.
Ich bin Neuaquarianer und habe mir zu Weihnachten selbst ein eigenes Becken (54 L Einsteigerbecken) geschenkt. Da ich über gar kein Fachwissen verfüge, habe ich mir die Hilfe eines "alten Hasen" geholt. Ein guter Bekannter meines Vaters und mittlerweile 75 Jahre alt. In meiner Kindheit habe ich immer seine tollen Fische und sein Aquarium (120 L) bestaunt.
Um so erstaunter war ich, als er mir half, mein Becken einzurichten. Kein Wasserenthärter, keine Chemie. Normales Leitungswasser ein paar Tage stehen lassen, dann wurden die Pflanzen eingesetzt, und nach ein paar Tagen die Fische nach und nach zugeführt. Das habe er "früher immer so gemacht" und von dem "neumodischen Chemiekram" hält er überhaupt nichts. Die Schönheit seines Aquariums und die Gesundheit seiner Fische geben ihm zwar recht, aber ist seine Meinung antiquiert oder wie seht ihr das???
Gruß Uecki
Verfasst am: 02.02.2009, 11:59 Titel:
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Um so erstaunter war ich, als er mir half, mein Becken einzurichten. Kein Wasserenthärter, keine Chemie. Normales Leitungswasser ein paar Tage stehen lassen, dann wurden die Pflanzen eingesetzt, und nach ein paar Tagen die Fische nach und nach zugeführt. Das habe er "früher immer so gemacht" und von dem "neumodischen Chemiekram" hält er überhaupt nichts.
Vom "Chemiekram" halte ich generell auch nichts. Wasserenthärter kann meiner Meinung nach auf Dauer nicht gesund sein für die Fische und auch die ganzen Vitamin- und Krankheitspräventionssachen haben zumindest in meinem Aquarium nichts zu suchen. Medikamente sind da schon eine andere Sache.
Als ich mein Aquarium zu Beginn eingerichtet habe, kam außer dem Wasser, der Deko und den Pflanzen nichts da rein.
Allerdings sollte man doch ein bisschen länger als ein paar Tage warten, bis man die Fische einsetzt. Ein Aquarium ist ja im Prinzip ein kleines Ökosystem und das muss sich ja erstmal einpendeln. Am Anfang ist das Wasser ja völlig "steril" und es gibt auch noch keine Filterbakterien. Es dauert ungefähr 4 Wochen, bis die Wasserwerte fischgerecht sind. Zwischendurch gibt es extrem hohe Nitrit und Nitratwerte. Das sind beides Werte, die man unbedingt kontrollieren sollte!
Eine Bekannte von mir hat vor kurzem ihre Fische schon nach einer Woche eingesetzt und es sind ziemlich viele gestorben. Natürlich kann man auch das Glück haben, dass die Fische besonders robust sind.
Im allgemeinen halte ich nicht viel von der vielen Aquarienchemie, die man inzwischen kaufen kann. Einige Dinge halte ich jedoch für wichtig und hilfreich. Dazu gehören Dünger, Medikamente und einige Tests für Wasserwerte. Das meiste andere ist doch eh nur dazu da, um völlige Neulinge abzuzocken, die es ja meistens einfach nicht besser wissen.
Allerdings ist das auch nur meine Meinung
Viel Spaß mit deinem Aquarium
lg Hanna
Hallo zusammen,
also Uecki ich muss sagen, dein guter Bekannter ist ein Mann genau nach meinem Geschmack. Zum Thema Fische einsetzen hatte ich «hier» schon mal was geschrieben. Ich finde seine Meinung nicht antiquiert, nur muss man dass mit den "neumodischen Chemiekram" etwas differenziert sehen. Um ein Aquarium ein zu richten braucht man jedenfalls keine zusätzliche Chemie.
@ Hanna
Zitat:
Eine Bekannte von mir hat vor kurzem ihre Fische schon nach einer Woche eingesetzt und es sind ziemlich viele gestorben. Natürlich kann man auch das Glück haben, dass die Fische besonders robust sind.
Dass hat mit Glück nicht zu tun. Wenn man seinen Besatz nicht auf einmal einsetzt sonder nach und nach, kann man dass schon nach einer oder zwei Wochen. Eine Wartezeit von vier bis sechs Wochen halte ich für übertrieben.
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Gruß Mario
Geduld, Geduld...!
Auch Wolkenkratzer haben mal als Keller angefangen!
Hey Mario,
das mit den Wartezeiten und der der Frage, wann man die Fische einsetzt, war auch schon ein Streitpunkt, als ich mein Aq vor über 2 Jahren eingerichtet habe. Wenn es mit deiner Methode gut klappt und du gute Erfahrungen damit gemacht hast, dann bleib dabei Mir wurde damals von der Mehrheit der Aquarianer hier im Forum empfohlen, eine Wartezeit einzuhalten. Natürlich gab es auch da schon Lebewesen in meinem Aq. Schnecken und zwar nicht wenige. Ich habe auch immer winzige Mengen an Futter ins Wasser gegeben, um den Bakterien zu helfen. Diese kommen ja allein schon durch die Pflanzen in das Wasser. Ich bleibe bei meiner Methode, weil es prima funktioniert hat, aber das muss ja jeder selber wissen
lg Hanna
Also Wasserenthärter braucht man wozu?
Richtig....Für die Fische, die die Leitungswasserwerte Deiner Region nicht abkönnen. Da könnte man aber auch mit "Osmosewasser" verschneiden oder ähnliches. Sinnvoll finde ich es, zumindest anfangs die Fische nach den Wasserwerten der Region zu kaufen und die "Spezis" erst mit etwas Erfahrung anzugehen...
Die Sache mit der Wartezeit vorm Einsetzen sehe ich kritisch. 6 Wochen sind meist zu lang. 3-4 sind realistisch, wenn man nicht mit Mulm aus einem anderen Becken "animpft". Ich habe selbst lang genug gehadert mit dem Schicksal des Auarianers - Geduld.
Man kann ein eingerichtetes Becken sich einige Tage beruhigen lassen und dann auch durchaus anfangen es zu füttern. Das hilft dem Bakterienkreislauf, sich schneller auszubilden. Man kann auch Schnecken einsetzen. Die verursachen "Dreck", der wiederum auch Bakterienfutter ist. Der Möglichkeiten sind da viele (auch etliche sinnfreie aber für Verkäufer sehr profitable).
Sinnvoll finde ich es, in der Anfangszeit die Wasserwerte zu messen, um festzustellen, wann der Nitritpeak durch ist. Dafür muß es auch nicht der teure Tröpfchentest sein. Die "Ratestäbchen" reicht hierfür völlig aus, da diese Veränderung der Farbskala schon krass ist .
Zum Einsetzen der Fische gilt, ein Schritt nach dem anderen, wie Mario schon sagt.
Viel Spaß also mit Deinem Weihnachtsbecken und laß hören wie es läuft!
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the Jester of the Dark but not a fool...